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Otto Mueller

Liebau/Riesengebirge 1874 - Obernigk bei Breslau 1930


In Liebau im Riesengebirge wird Otto Mueller am 16. Oktober 1874 geboren. Zusammen mit seiner Mutter und seinen Geschwistern verbringt Mueller die ersten Jahre auf dem Gutshof der Großeltern in Liebau. 1882 zieht Otto Mueller zum Vater nach Görlitz, besucht dort die Volksschule und später das Gymnasium. Eine Lithografenlehre absolviert Mueller von 1890-92 in Görlitz und Breslau. Von 1894 bis vermutlich 1897 studiert Otto Mueller an der Dresdener Kunstakademie bei Georg Hermann Freye und für kurze Zeit bei Carl Ludwig Noah Bantzer. Mit seinem Freund Paul Kother geht Otto Mueller 1898/99 zum Studieren nach München. Trotz der Intervention von Gerhart Hauptmann wird Otto Mueller von Franz von Stuck nicht für das Wintersemester angenommen, da der Kurs schon voll ist. Stuck gibt ihm den Rat, es zum Sommersemester erneut zu versuchen.
Der Künstler möchte sich lieber autodidaktisch weiterbilden und zieht nach Wolfratshausen. Mit dem Fahrrad bricht Otto Mueller im Herbst 1899 nach Dresden auf. Bis zum Jahre 1908 lebt und arbeitet er überwiegend in der Umgebung von Dresden. Dann geht Otto Mueller nach Berlin. Dort macht der Maler die Bekanntschaft von Wilhelm Lehmbruck und Erich Heckel, der Mitglied der Künstlergruppe "Die Brücke" ist. Mueller selbst wird 1910 Mitglied dieser Künstlervereinigung.
Die künstlerischen Anfänge Otto Muellers liegen im Jugendstil. Die Betonung des Linearen und des Dekorativen kommt von dort. Später wird der Einfluss von Wilhelm Lehmbruck wichtig, der Otto Mueller zur Betonung der Silhouettenformen und einem klassischen, elegant-grazilen Figurenstil anregt. Muellers Stil verändert sich durch die Hinwendung zum Expressionismus: vor allem im Figürlichen wird er großflächiger, die Konturen zeichnet er schärfer.
Seine typischen Sujets - blasse, melancholische Mädchenakte in freier, stiller, stark vereinfacht dargestellter Landschaft, schafft er nun in einer gedämpften erdigen Farbskala.
Obwohl Otto Mueller als wichtiger Vertreter des "Deutschen Expressionismus" gilt, trennt ihn doch auch vieles von dieser Kunstauffassung. Statt Leidenschaft entwirft er eine große harmonische Vereinfachung von Form, Farbe und Konturenspiel.
Mueller folgt 1919, nach zweijährigem Kriegsdienst von 1916 bis 1918, dem Ruf an die Breslauer Akademie, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 1930 lehrt.


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